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Blog 2018-08-20 3 min Lesezeit Katarina Kramaric

Data Governance als Schlüssel zur Implementierung von GDPR

Ergebnisse einer erwin-Studie von 2017 zu Bedeutung, Treibern und Hindernissen unternehmensweiter Data-Governance-Initiativen.

Interne und externe Treiber haben das Interesse an formalen Methoden für den Umgang mit Unternehmensdaten stark erhöht. Die konsequente Umsetzung schreitet dagegen vergleichsweise langsam voran. Eine 2017 von erwin, Inc. durchgeführte Studie untersuchte die Herausforderungen bei der Einführung unternehmensweiter Data Governance und den damaligen Stand des Marktes.

Online-Umfrage zum Thema Data Governance

Data Governance bezeichnet die methodische Verwaltung des gesamten Datenbestands eines Unternehmens hinsichtlich Qualität, Sicherheit und Nachvollziehbarkeit. Neben der Einhaltung gesetzlicher Vorgaben kann sie die Transparenz erhöhen und die Entscheidungsfindung verbessern.

In Kooperation mit UBM führte erwin im November 2017 eine Online-Umfrage unter führenden nordamerikanischen Unternehmen durch. Teilgenommen haben CIOs, CTOs, IT-Mitarbeitende und Beratende aus mehr als 20 Branchen. Die Befragung zeigte ein branchenübergreifend sehr großes Interesse an Data Governance, während nur ein Teil der Unternehmen bereits eine entsprechende Initiative umgesetzt hatte. Als Herausforderungen wurden insbesondere zu wenig qualitative Unterstützung, fehlendes Budget und mangelndes Verständnis geeigneter Implementierungsansätze genannt.

Für 98 Prozent der Befragten war Data Governance von außerordentlicher Bedeutung für ihr Unternehmen. Gleichzeitig gaben 46 Prozent an, über keine formelle Governance-Strategie zu verfügen. Die Diskrepanz verdeutlicht, dass die Relevanz des Themas erkannt wurde, die Umsetzung aber nicht trivial ist.

Treiber von Data-Governance-Initiativen

Der stärkste Treiber war Compliance, insbesondere die europäische Datenschutz-Grundverordnung (GDPR beziehungsweise DSGVO). 60 Prozent der Teilnehmenden nannten sie als Hauptgrund für ihr Interesse an Data Governance. 49 Prozent erhofften sich eine höhere Kundenzufriedenheit, und für 45 Prozent war eine bessere Entscheidungsfindung ein wichtiger Grund.

Die Studie betrachtete zugleich die Hindernisse. Vier von zehn Befragten erklärten, die Bedeutung geeigneter Maßnahmen zu verstehen, aber nicht über ausreichende finanzielle Mittel für die Umsetzung zu verfügen. Auch fehlendes Wissen darüber, wie eine unternehmensweite Governance-Strategie eingeführt und betrieben werden kann, spielte eine wichtige Rolle.

Data Governance in Verbindung mit GDPR

Mit neuen Vorschriften wächst der Handlungsdruck. Organisationen, die mit Menschen in der Europäischen Union in geschäftlicher Beziehung stehen, müssen die einschlägigen Datenschutzanforderungen berücksichtigen. Dazu gehören unter anderem die Fähigkeit, Auskunft über erhobene personenbezogene Daten zu geben, Daten auf berechtigte Anfrage hin zeitnah zu löschen und Verarbeitungswege zu dokumentieren.

Solche Pflichten lassen sich nur zuverlässig erfüllen, wenn das Datenmanagement als strategisches Ziel und im Zusammenspiel der beteiligten Abteilungen organisiert wird. Eine Data-Governance-Initiative verbindet Zuständigkeiten, Prozesse und technische Kontrollen zu einem nachvollziehbaren Rahmen.

Die damaligen Studienergebnisse zeigten: Viele international tätige Unternehmen verfügten noch nicht über eine funktionierende Lösung für umfassendes Datenmanagement, obwohl ihnen dessen Bedeutung bewusst war. Neben begrenzten finanziellen Mitteln war ein fehlendes Verständnis des richtigen Vorgehens ein wesentlicher Grund.

Handlungsempfehlungen

Aus den erfassten Schwierigkeiten lassen sich vier grundlegende Empfehlungen ableiten:

  1. Data Governance als strategisches Unternehmensziel definieren und die volle Unterstützung des Managements sicherstellen.
  2. Verantwortlichkeiten zuweisen und einen Budget- und Zeitplan erstellen, der alle Beteiligten berücksichtigt.
  3. Die Inhalte der GDPR und ihrer nationalen Umsetzungen wie der DSGVO als verbindliche Rahmenbedingungen einbeziehen.
  4. Risiken und Vorteile der Datenhaltung sowie Erwartungen und Verantwortlichkeiten im gesamten Unternehmen transparent kommunizieren.

Der Originalbeitrag verwies auf den vollständigen „2018 State of Data Governance Report“. Der damalige Download führt heute nicht mehr eindeutig zu dieser Studie und wurde deshalb nicht als aktueller Link übernommen.

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